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February 2020

Welcher GWP-Wert - AR4 oder AR5?

Für das Kältemittel R410A sind wir immer von einem GWP-Wert von 2.088 ausgegangen. Nun haben wir in einer Veröffentlichung gelesen, dass das Kältemittel jetzt mit einem GWP-Wert von 1.920 bewertet wird. Müssen wir jetzt für die Berechnung der Häufigkeit der Dichtheitskontrollen etc. die neuen Werten einsetzen? Warum gibt es überhaupt unterschiedliche GWP-Werte?


Maßgebend für die Berechnung der CO2-Äquivalente von Kälte- oder Klimaanlagen mit fluorierten Treibhausgasen sind die GWP-Werte aus dem 4. IPPC-Sachstandsbericht (AR4), da in der  aktuell geltenden F-Gase-Verordnung diese Werte genannt sind. Zwischenzeitlich wurden im 5. Bericht leicht geänderte GWP-Werte veröffentlicht. Diese können aber im Rahmen der F-Gase-Verordnung nicht angewendet werden. Es bleibt also beim ‚alten‘ GWP-Wert von 2.088.

Die offiziellen GWP-Werte stammen vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC,  zu „Deutsch Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen“ oder Weltklimarat). Dieser wurde u. a. von dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) ins Leben gerufen, um für politische Entscheidungsträger den Stand der wissenschaftlichen Forschung zum Klimawandel zusammenzufassen. Das IPCC betreibt selbst keine Forschung, vielmehr tragen Experten in seinem Auftrag die Ergebnisse der Forschungen aus verschiedenen Disziplinen zusammen. Diese werden dann im Abstand von ein paar Jahren in Sachstandsberichten (IPCC Assessment Reports - AR) veröffentlicht. Dazu gehört auch eine Bewertung der Klimawirksamkeit von Treibhausgasen, die sich von Ausgabe zu Ausgabe ändern kann.

Die GWP-Werte ändern sich, da es sich nicht um Messwerte, sondern um Berechnungen handelt. Dazu werden verschiedene Einflussgrößen herangezogen, wie beispielsweise die Verweilzeit in der Atmosphäre und der Strahlungsantrieb. Letzterer betrachtet, welche Änderung im Absorptionsverhalten durch die Konzentrationszunahme eines Stoffes verursacht wird. Neue Erkenntnisse und ein Anstieg der Konzentrationen fluorierter Treibhausgase in der Atmosphäre können zu geänderten Einschätzungen führen.